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Alle Projekte Fallstudie · Elektrotechnik

Im Funkloch muss es funktionieren, sonst wird es nicht benutzt.

Wie aus Stundenzetteln auf Papier Nachweise wurden, die am selben Tag im Büro liegen. Mit vier Befunden aus Vorführung und Alltag, die jeder für sich zeigen, dass Bedienbarkeit keine Geschmacksfrage ist.

Branche
Elektrotechnik, Baustellen
Form
App im Browser, dazu Verwaltung im Büro
Stand
läuft im Alltag mit, in Stufen gewachsen
Prüfung
370 automatische Tests auf drei Ebenen

Ausgangslage

Ein Elektrobetrieb arbeitet mit einer Handvoll Monteure auf wechselnden Baustellen. Erfasst wurde auf Papier: Stunden, verbautes Material, gelegentlich eine Unterschrift des Kunden. Die Zettel kamen Tage später ins Büro, manchmal gar nicht. Was fehlte, fiel erst bei der Rechnung auf, und dann war die Erinnerung schon unscharf.

Das Problem war nicht das Papier. Das Problem war, dass der Nachweis an der Stelle entstehen muss, an der die Leistung erbracht wird, und dass es dort oft kein Netz gibt: Keller, Rohbau, Industriehalle. Jede Lösung, die eine Verbindung voraussetzt, wird auf der zweiten Baustelle nicht mehr benutzt.

Die eigentliche Aufgabe

Nicht „Stundenzettel digitalisieren“, sondern: Offline ist der Normalfall. Alles, was ein Monteur tut, muss ohne Netz vollständig funktionieren und darf beim späteren Abgleich nichts doppelt erzeugen.

Drei Entscheidungen, die das Projekt geprägt haben

  1. Die App läuft im Browser und speichert zuerst im Gerät

    Keine Installation aus einem App-Laden, keine Freigabe durch eine fremde Stelle, kein Gerätezwang. Die App liegt als Anwendung im Browser vor, lässt sich auf den Startbildschirm legen und arbeitet mit einem eigenen Speicher: Erfasstes geht zuerst in eine Warteschlange im Gerät und wird später übertragen. Für den Monteur ist kein Unterschied zu merken, ob Netz da ist.

    Der schwierige Teil daran ist nicht das Nachliefern, sondern die Regel, dass dabei nichts doppelt entsteht. Jeder Eintrag trägt eine eigene Kennung, die im Gerät erzeugt wird, und der Server nimmt dieselbe Kennung nur einmal an. Ein abgebrochener Abgleich kann deshalb gefahrlos wiederholt werden. Warum das der eigentliche Kern ist, steht hier.

  2. Eine Unterschrift auf dem Bildschirm ist noch kein Nachweis

    Eine gemalte Linie beweist wenig. Das Abnahmeprotokoll führt deshalb in drei Schritten: Wer unterschreibt, in welcher Rolle, mit welchen Vorbehalten, und mit einer Erklärung, die vorher lesbar dasteht. Das fertige Protokoll wird als Dokument festgeschrieben und mit einer Prüfsumme im Protokoll vermerkt, sodass sich später belegen lässt, dass genau dieses Dokument unterschrieben wurde. Eine Kopie geht sofort per Mail an Kunden und Betrieb.

  3. Die Begriffe des Betriebs gelten, nicht unsere

    Wie im Betrieb über Arbeit gesprochen wird, steht so auch in der Anwendung. Eine Bezeichnung, die dort niemand benutzt, wurde ausdrücklich ausgeschlossen und kommt in keiner Maske vor. Das klingt nebensächlich und entscheidet darüber, ob sich ein Werkzeug wie ein Werkzeug anfühlt oder wie eine Vorschrift.

Vier Befunde aus Vorführung und Alltag

Alle vier sind nicht beim Programmieren aufgefallen, sondern beim Zusehen. Sie stehen hier, weil sie zeigen, woran solche Anwendungen wirklich scheitern.

Befund 1 · er suchte das Eintragen dort, wo er stand

In der Vorführung öffnete ein Monteur die Baustelle und suchte auf dieser Seite das Erfassen. Es gab es nicht: Der Weg lief über eine Tagesübersicht. Fachlich richtig, praktisch falsch. Wer auf einer Baustelle steht, will dort buchen, nicht über ein Menü gehen. Wenige Tage später standen „Zeit erfassen“ und „Material erfassen“ direkt auf der Baustellenseite, mit der Baustelle schon vorbelegt.

Befund 2 · auf dem Tablet quer stand die App als schmale Säule

Die App war für das Telefon gebaut und auf dem querliegenden Tablet blieb sie eine schmale Spalte in der Bildschirmmitte, während links und rechts nichts war. Heute ist die Inhaltsbreite gestaffelt, und ab Tablet quer stehen zwei Spalten nebeneinander.

Die Lehre für die Verwaltung im Büro war eine andere: Dort zählt nicht die Breite des Bildschirms, sondern die Breite der Inhaltsspalte, denn die Navigation nimmt fast dreihundert Pixel weg. Ein Raster, das auf die Fensterbreite hört, quetscht deshalb genau die Formulare, die es breit machen wollte.

Befund 3 · sieben Seiten ließen sich seitwärts schieben

Auf dem Telefon ließen sich sieben Seiten der Verwaltung waagerecht verschieben, weil einzelne Inhalte breiter waren als der Bildschirm. Ursache waren zwei Kleinigkeiten: Rasterfelder, die nicht kleiner werden dürfen als ihr Inhalt, und eine Zeichenoptimierung auf einem seitwärts scrollenden Kasten. Behoben, und seitdem prüft ein Dauertest alle Seiten auf mehreren Gerätebreiten, damit es nicht zurückkommt.

Befund 4 · ein zu breiter Knopf wird am Tablet getroffen

„Tag abschließen“ zog sich über die ganze Spalte und wurde mit dem Handballen ausgelöst. Folgenschwere Aktionen brauchen eine Rückfrage und eine kleine Fläche, harmlose Aktionen dürfen groß sein. Das ist das Gegenteil dessen, was man beim Gestalten zuerst denkt.

Wie das Ergebnis aussieht

  • Erfassen an der Baustelle, offline, mit Fotos und Material aus dem eigenen Katalog, gruppiert nach Kategorien mit Zwischensummen.
  • Abnahmeprotokoll in drei Schritten, als festgeschriebenes Dokument mit Prüfsumme, sofort per Mail an beide Seiten.
  • Leistungsnachweis im Büro als Auswertung, nicht als Eingabemaske: Korrekturen laufen bewusst über die Arbeitstage, damit der Nachweis nicht unter der Hand umgeschrieben wird.
  • Kalender mit Urlaub und Krankmeldung, Anträge ebenfalls offline möglich, Genehmigung nur durch die Verwaltung, Urlaubskonto mit Übertrag.
  • Materialkatalog aus der Datei des Lieferanten, Preise je Preiseinheit, Auslaufartikel bleiben erkennbar statt zu verschwinden.

Eine Falle, die Datenbanken einem stellen

Die Änderungshistorie ist über eine Kette von Prüfsummen gegen stilles Ändern gesichert. Sie brach reproduzierbar bei Kommazahlen. Ursache: Die Datenbank speichert in ihrem Datenformat aus einer 5,0 eine 5, die Prüfsumme wird aber über den Wert gebildet, der hineingeschrieben wurde. Seitdem werden Kommazahlen für die Protokollierung als Text festgehalten. Warum eine Änderungsliste allein nicht genügt, steht hier.

Wenn Ihr Fall ähnlich klingt

Typische Anzeichen: Zettel, die spät oder nie ankommen, Rückfragen zu Leistungen von vorletzter Woche, und eine Baustelle ohne verlässliches Netz. Schildern Sie das in ein paar Sätzen an kontakt@hubfox.de. Wenn ein fertiges Werkzeug reicht, sagen wir das.

Erzählen Sie, was heute weh tut.

Ein paar Sätze genügen: was gemacht wird, womit es heute gemacht wird und woran es hakt. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, auch dann, wenn die Antwort lautet: dafür brauchen Sie uns nicht.